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Buchempfehlung


BUCHEMPFEHLUNG


 

 


„Die Evangelien in aramäischer Sicht“ von George M. Lamsa, Neuer Johannes-Verlag.

 

Dieses umfangreiche Werk des Nahöstlers George M. Lamsa, der sowohl in der gleichen Region aufgewachsen ist wie YAHUSHUA als auch alle Sitten und Bräuche dieses Volkes selber anerzogen bekommen hat, berichtet davon, wie vieles, was in der heutigen Bibel steht, vollkommen falsch übertragen wurde. Anstatt einen Nahöstler die Bibel übersetzen zu lassen, wo eine exakte Übertragung vieler Redewendungen, die wir Europäer gar nicht verstehen, verständlich interpretiert worden wäre, wurde die Bibel europäisch übersetzt und die bildhafte Sprache des Nahen Ostens vollkommen verzerrt. Wir verstehen vieles in der Bibel nicht, da wir die Sitten und Redewendungen nicht verstehen, die dort Gang und Gebe sind. Es würde hier den Rahmen sprengen, Beispiele aufzusetzen, das gesamte Werk muss hierfür gelesen werden, um vollständig zu verstehen.

Eins jedoch sei als Beispiel angemerkt:

Bezüglich des Satzes YAHUSHUAs am Kreuz: „Eli, Eli, lema sabachtani?“, der im Deutschen mit: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ wiedergegeben wird, ist folgendes zu erklären:

„Eli“ ist das aramäische Wort für Gott. Lema bzw. lmana kann bedeuten: Welch ein Ding! oder zu welchem Zweck!. Es ist weniger eine Frage (oder ein Vorwurf Gott gegenüber) als vielmehr ein staunender Ausruf über etwas Großartiges. Dem Wort „sabachtani“ bzw. „shbakthani“ liegt die Wurzel „shbak“ zugrunde. Dieses Verb trägt die Bedeutungen: behalten, übrigbleiben, aufsparen. Es steht hier in der 1. Person Singular, wie das i am Ende anzeigt. Wir finden dieses Wort im aramäischen Text z.B. im 1. Buch der Könige (19,18): Der Herr antwortete: Ich werde in Israel siebentausend übrig lassen, alle, deren Knie sich vor dem Baal nicht gebeugt und deren Mund ihn nicht geküsst hat. Diese Übriggelassenen sind diejenigen, die Gott retten wird. Sie sind nicht verlassen, sondern vielmehr für die Rettung aufgespart, sie bleiben vor dem Unheil bewahrt. Wollte man auf Aramäisch sagen: Ich bin verlassen worden, so gäbe es dafür zwei geeignetere Wörter als shbakthani. Zum Einen könnte es von der Wurzel „taa“ abgeleitet heißen: taatani. Taa bedeutet: treulos verlassen, preisgeben, vergessen. Wir finden das Wort u.a. im Psalm 13 (V. 2): Wie lange noch, Herr, vergisst du mich ganz? Wie lange noch verbirgst du dein Gesicht vor mir? Oder, zum Anderen, vom Stamm „nasha“ abgeleitet, könnte man sagen: nashatani, mit der Bedeutung: preisgeben, vergessen, vernachlässigen. So verwendet im Buch Genesis (41,51): „Josef nannte den Erstgeborenen Manasse (Vergessling), denn er sagte: Gott hat mich all meine Sorge und mein ganzes Vaterhaus vergessen lassen.* So gesehen hat YAHUSHUA lediglich siegessicher ausgerufen, dass sein Schicksal sich erfüllt habe. Dies war niemals als Vorwurf Gottes, Er habe Ihn verlassen, gemeint!

Auch das Werk „Jesus aus den Nahem Osten“ von Abraham M. Rihbany beleuchtet das Leben im Nahen Osten, wo YAHUSHUA aufwuchs und klärt verständlich auf, was es mit all den vielen Redewendungen, die falsch ins Deutsche übertragen wurden, auf sich hat. Im Nahen Osten wird gut und viel mit Bildersprache „um sich geworfen“ und sehr gerne übertrieben. So sind beispielsweise bei der wundersamen Brotvermehrung YAHUSHUAs anstelle der 5000 Menschen eventuell nur 100 zugegen gewesen. Der Nahöstler übertreibt gerne, dies aber nicht aus bösem Grund, sondern weil ihn die Details nicht interessieren, denn vielmehr das Ereignis. Wir Europäer jedoch wollen die Details und „hängen uns daran auf“, obwohl diese eventuell so nie stattgefunden haben. Unser Verständnis für den Nahen Osten und die Art und Weise, wie die Menschen dort sprechen und sprachen sowie ihre Sitten und Bräuche sind uns fremd und daher die Bibel zum größten Teil unverständlich. Doch für die Menschen im Nahen Osten ist die Bibel nur logisch, weil sie so geschrieben wurde, wie die Menschen damals lebten und in diesem Teil der Erde es noch nach Jahrtausenden tun. Sie leben weiterhin wie die Menschen in der Bibel und sie halten weiterhin all die Bräuche, viele von ihnen sprechen sogar noch Aramäisch, die Muttersprache des Messias!

Um YAHUSHUA und seine Redeweise und Gleichnisse zu verstehen, ist das Buch von George M. Lamsa (ebenso sein Buch „Ursprung des Neuen Testaments“) sehr empfehlenswert sowie das von Abraham M. Rihbany und etliche mehr, die die unverständliche nahöstliche Welt YAHUSHUAs aufdecken und für uns Europäer erklären.



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* „Von Gott verlassen? Was der sterbende Jesus am Kreuz wirklich gerufen hat“, https://steyler.eu/media/svd/docs/Dokumente-Bibel/BW56-Von-Gott-verlassen.pdf (20.11.19)