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Erfahrungen der Tierliebe


Der deutsche Journalist und Lyriker Edgar Kupfer-Koberwitz, 1906 - 1991, der im KZ Dachau inhaftiert war, sagt zu Fleischverzicht Folgendes :

„Ich weigere mich Tiere zu essen, weil ich mich nicht von anderen Lebewesen, die gelitten haben und getötet wurden, ernähren kann. Ich weigere mich dies zu tun, weil ich selbst so schmerzensreich gelitten habe, dass ich den Schmerz anderer fühle, wenn ich mich meiner eigenen Leiden erinnere.

Ich fühle mich glücklich, da niemand mich verfolgt; warum soll ich andere Lebewesen verfolgen oder der Grund ihrer Verfolgung sein? Ich fühle mich frei, da ich kein Gefangener bin; warum sollte ich der Grund dafür sein, andere Lebewesen zu Gefangenen zu machen und sie ins Gefängnis zu bringen?

Ich fühle mich glücklich, da mir keiner ein Leid zufügt; warum sollte ich anderen Lebewesen Leid zufügen oder der Grund dafür sein, dass ihnen Leid zugefügt wird?

Ich fühle mich glücklich, da niemand mich verletzt; warum sollte ich andere Lebewesen verletzen oder töten oder der Grund dafür sein, dass sie zu meiner Freude und Bequemlichkeit verletzt oder getötet werden.

 

Diese Lebewesen sind kleiner und hilfloser als ich es bin, aber kannst Du Dir einen vernünftigen Menschen mit edlen Gefühlen vorstellen, der bereitwillig diese Tatsache als Grund benutzt, das Recht für sich in Anspruch nimmt, die Schwäche oder die geringere Größe auszunutzen? Glaubst Du nicht, dass es gerade des Größeren, des Stärkeren, des Mächtigeren Pflicht ist, die schwächeren Lebewesen zu schützen, statt sie zu verfolgen, statt sie zu töten?“*

 

                                                                                                                 *

 

 

"Christian Wagner

 

Dieser Tierfreund und Bauerndichter, geboren 1835, lebte in Warmbronn im Schwarzwald. Magnus Schwantje berichtet über eigene Erlebnisse mit Wagner im Reform-Nachrichten-Blatt Zürich im September 1935:
„In vielen Legenden wird erzählt, dass die Güte heiliger Menschen auch von den Tieren erkannt wurde, dass diese aller Furcht vor ihnen verloren, mit ihnen in Freundschaft lebten und bei ihnen Schutz und Hilfe suchten. Tatsächlich besitzen viele Tiere die rätselhafte Fähigkeit, auf den ersten Blick zu erkennen, ob ein Mensch sie liebt oder nicht. Ich selber habe, als ich mit Christian Wagner durch das Dorf ging, gesehen, wie alle Haustiere in der Nähe eilig und viele mit lebhaften Äußerungen der Freude auf ihn zuliefen, sodass er bald von vielen Dutzenden von Tieren, vielleicht von etwa hundert, umringt war, trotzdem er sie nicht durch Rufe und Gebärden an sich lockte und ihnen keine Nahrung gab. Einige Hühner flogen auf seine Schultern. Besonders erstaunlich ist es, dass die Tiere auch vor fremden Menschen in seiner Gesellschaft keine Furcht zeigten. Ich habe, während Christian Wagner neben mir stand, viele Hühner und Enten, die ihm nicht gehörten, auf den Arm genommen, und kein einziges dieser Tiere machte die geringste Abwehrbewegung. Die Hennen ängstigten sich nicht, wenn ich die Küken in die Hand nahm. Die Angehörigen Christian Wagners sagten mir, dass wenn ihr Vater nicht in der Nähe sei, diese Tiere der Nachbarn ebenso furchtsam seien, wie die meisten Angehörigen ihrer Gattung. Einmal, als ich in der Stube des Meisters saß, hörte ich, wie ans Fenster geklopft wurde. Ein Huhn stand auf der Fensterbank und verlangte durch das Klopfen Einlass. Eine Tochter des Dichters öffnete das Fenster, und das Huhn flog dem Dichter auf die Schulter und stieß mit dem Kopf gegen dessen Wange, wie es Katzen zu tun pflegen. Nachdem er es gestreichelt und ihm einige freundliche Worte gesagt hatte, setzte sich das Huhn auf die Lehne des Stuhls, auf dem Christian Wagner saß, blieb dort etwa eine Viertelstunde lang sitzen, ging dann zum Fenster und gab durch Töne zu erkennen, dass es wieder hinausfliegen wolle. Mir war zumute, als ob ich in ein Märchenland versetzt wäre, und als der sonderbare Gast uns verlassen hatte, äußerte ich meine lebhafte Verwunderung über das Gesehene. Der Dichter, der auch so aussah, als ob er soeben aus dem tiefsten Märchenwalde in die wirkliche Welt getreten wäre, sagte lachend: „Ja, das Huhn ist meine Freundin und hat mir Guten Tag sagen wollen.“
Seine Tochter erzählte mir dann, dass sehr oft, wenn ihr Vater nicht aus dem Hause gehe, einige Tiere der Nachbarn Einlass begehrten, um ihm Guten Tag zu sagen. Das Huhn, das uns soeben besucht habe, komme fast täglich zu einer bestimmten Stunde zu ihnen. Nahrung erhielten diese Gäste nicht; sie kamen nur aus Zuneigung zu dem gütigen Menschen in seiner Wohnung.“

 

 

Eigene Erfahrungen

„Anschließend seien nun einige Stellen erwähnt, die sinnfällige Übersetzungsfehler (oder beabsichtigte Korrekturen) richtigstellen und das Gebiet der Ernährung behandeln: „7/4) Johannes hatte ein Kleid aus Kamelhaaren und einen Gürtel ebensolcher Art um die Lenden, und seine Nahrung waren die Früchte des Erbsenbaumes und wilder Honig.“ Im englischen Originial steht „locust-tree“. Unter „locust“ steht im Wörterbuch: 1.Heuschrecke, 2.unechte Akazie. – Wenn man sich vorstellt, wie dieser gütige Johannes die trockenen Heuschreckenbeine und –flügel auf seinen Zähnen zermalmt, dass es kracht, und wie er mit dem Honig nachhilft, damit es besser rutscht! Und doch bleibt er in der Luther-Bibel unverändert der Heuschreckenvertilger. Darf doch das „Wort Gottes“ nicht verändert werden! Dabei heißen die süßen trockenen Früchte des Baumes, die wie Erbsenschoten aussehen, Johannisbrot.“ "**

 

 

Der US-Schauspieler und Sänger River Phoenix war wohl ebenso ein Mensch, der so viel Güte und Liebe ausstrahlte, dass sowohl Menschen als auch Tiere von seiner strahlenden Aura angezogen und fasziniert gewesen sind (vgl. Lawrence, 2004***).



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* Menschen mit Herz und Verstand: Edgar Kupfer-Koberwitz (18.05.2014) https://wolodja51.wordpress.com/2014/05/18/menschen-herz-verstand-edgar-kupfer-koberwitz-18451958/ (21.10.18)

** Szekely, E. und Weaver, P. (1937). „Heliand – Evangelium des vollkommenen Lebens. Auszug aus einem aramäischen Urtext. Die Gesundheitslehre einer altslawischen und einer aramäischen Evangelien-Handschrift in der Bibliothek des Vatikans.“ Vom Englischen ins Deutsche übersetzt und herausgegeben von Zimmermann, W. (1940). Hammelburg: Drei Eichen Verlag. https://archive.org/stream/Heliand-EvangeliumDesVollkommenenLebens/SzekelyEdmond-Heliand-EvangeliumDesVollkommenenLebens194092S.?fbclid=IwAR2BLobFg0A_LwolrcOvy5rSW_mwNImzSU4cbZc2F6-jFdfljNyKtlhYDPo#page/n0/mode/2up (18.10.2018)

*** Lawrence, B. C. (2004). „In Search of River Phoenix: The Truth Behind The Myth“. Santa Rosa, USA: Wordsworth Publishing.